Ein Visum für Indien zu bekommen ist heute kein Papierkrieg mehr. Es ist ein Online-Formular, eine Gebühr per Kreditkarte und ein PDF, das Sie am Flughafen in Delhi oder Mumbai vorzeigen. Klingt einfach. Ist es meistens auch. Und trotzdem sehe ich jedes Jahr Reisende, die am Check-in-Schalter in Frankfurt stehen und nicht einchecken dürfen, weil ihr Pass noch fünf Monate gültig ist oder weil das Visum zwei Tage vorher beantragt wurde. Indien verzeiht solche Fehler nicht.

Ich habe in den letzten Jahren sieben Indienreisen hinter mir, quer durch die Kategorien: touristisches E-Visum, Business-E-Visum, einmal den klassischen Papierantrag über den Konsularbezirk, weil mein Aufenthalt länger als 90 Tage war. Dabei habe ich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Einmal falsch gezahlte Gebühr. Einmal ein Foto, das nicht den Biometrie-Anforderungen entsprach. Einmal fast die E-Arrival Card vergessen. Deshalb steht hier, was wirklich zählt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Reisepass muss bei Einreise mindestens sechs Monate gültig sein und zwei freie Seiten haben. Fehlt eins davon, wird die Einreise verweigert.
  • Für touristische Aufenthalte reicht das E-Visum — Antrag online, kein Termin bei der Botschaft nötig.
  • Für die meisten Touristen liegt die Gebühr grob zwischen 25 und 80 US-Dollar, je nach Kategorie und Nationalität. Die genauen Beträge ändern sich.
  • Die Bearbeitung dauert in der Regel drei bis fünf Werktage. Wer in 48 Stunden fliegt, hat ein Problem.
  • Neben dem Visum brauchen Sie die E-Arrival Card — ein separates Online-Formular, das Sie kurz vor dem Flug ausfüllen.
  • Indiens Visa-Regeln ändern sich häufig. Prüfen Sie Ihren eigenen Fall kurz vor der Reise auf der offiziellen Regierungsseite oder über das Auswärtige Amt.

Einreise Indien: was Sie wirklich brauchen

Vergessen Sie die Checkliste aus dem Reisebüro-Blog von vor fünf Jahren. Die Fragen, die wirklich zählen, sind die, bei denen Reisende am Flughafen scheitern. Und die lässt sich an einer Hand abzählen.

Was braucht man zur Einreise nach Indien?

Kurz gesagt: einen gültigen Reisepass, ein gültiges Visum und eine ausgefüllte E-Arrival Card. Dazu kommt ein Rück- oder Weiterflugticket, das Sie bei der Einreise vorzeigen können sollten, auch wenn es nicht immer kontrolliert wird.

Die Details entscheiden. Der Pass muss mindestens sechs Monate über das geplante Ausreisedatum hinaus gültig sein — nicht ab Einreise, sondern ab dem Tag, an dem Sie wieder ausreisen. Ich habe gesehen, wie ein Reisender mit einem fast vollständigen Pass in Mumbai-Kontrolle kam. Pass noch fünfzehn Monate gültig, aber nur noch eine freie Seite. Abgelehnt. Grund zur Ablehnung: kein Platz für den Einreisestempel. Also: zwei freie Seiten einplanen.

Wer dauerhaft in Deutschland lebt und keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, spielt in einem anderen Regelwerk. Für Personen mit ausländischem Pass gelten je nach Nationalität völlig unterschiedliche Visa-Klassen, und der deutsche Aufenthaltstitel ändert daran nichts. Ich habe das bei einem Kollegen mit türkischem Pass erlebt: gleiche Reise, gleicher Flug, aber er brauchte das klassische Visum mit Konsulatstermin, weil seine Nationalität nicht für das Online-Verfahren zugelassen war. Das kostete ihn zwei Wochen Vorlaufzeit und 120 Euro statt 25 Dollar.

  • Reisepass: mindestens sechs Monate über Ausreise hinaus gültig, zwei freie Seiten.
  • Visum: E-Visum für die meisten Kurzaufenthalte, Papier-Visum für alles darüber hinaus.
  • E-Arrival Card: Online-Formular, separat vom Visum, kurz vor Ankunft auszufüllen.
  • Rück- oder Weiterflugticket.
  • Für Minderjährige, die allein oder mit nur einem Elternteil reisen: Reisevollmacht des anderen Sorgeberechtigten, auf Englisch, notariell beglaubigt.

Der letzte Punkt wird selten erwähnt und beim Check-in gern übersehen. Wer seine Kinder mit dem Ex-Partner schickt, kann ohne Vollmacht stehen bleiben. Ich habe das selbst nicht geglaubt, bis ein Bekannter es am Flughafen erlebt hat.

Visum beantragen: die vier gängigen Wege

Es gibt nicht das eine Indien-Visum. Es gibt vier, die für die meisten Reisenden relevant sind, und die Auswahl hängt davon ab, wie lange Sie bleiben und was Sie tun.

Visum beantragen: die vier gängigen Wege
Kategorie Für wen Gültigkeit Gebühr (grob, US-Dollar)
Touristisch 30 Tage Urlaub, doppelte Einreise 30 Tage ab Einreise ca. 25
Touristisch 1 Jahr Mehrfache Reisen im Jahr 1 Jahr ab Ausstellung, max. 90 Tage am Stück ca. 40
Touristisch 5 Jahre Selten Reisende mit langem Horizont 5 Jahre, max. 90 Tage am Stück ca. 80
Business-E-Visum Meetings, Konferenzen, keine Beschäftigung 1 Jahr, max. 180 Tage am Stück ca. 80

Die Beträge variieren je nach Nationalität und ändern sich praktisch jedes Jahr. Ich nenne hier bewusst Größenordnungen, keine exakten Zahlen — wer ein Visum beantragt, sollte den aktuellen Betrag direkt beim Antrag auf der offiziellen Seite prüfen, nicht auf irgendeiner Drittanbieter-Seite.

Wie viel kostet ein E-Visum für Indien?

Für die meisten Reisenden liegt die Gebühr des E-Visums zwischen 25 und 80 US-Dollar, abhängig von Kategorie und Staatsangehörigkeit. Das 30-Tage-Touristenvisum ist die günstigste Variante. In diese Zahl müssen Sie zusätzlich einkalkulieren: die Bearbeitungsgebühr Ihrer Kreditkarte, weil die Zahlung in Dollar abgewickelt wird, und — bei Drittanbietern — teils horrende Aufschläge.

Und hier ist der Punkt, der mich am meisten ärgert. Es gibt eine offizielle Regierungsseite für das E-Visum, und es gibt Dutzende Nachahmer. Sie zahlen dort 100 bis 150 Dollar, weil ein Zwischenhändler den Antrag nur durchreicht. Das Ergebnis ist dasselbe. Ich habe einmal aus Bequemlichkeit bei einem solchen Anbieter gebucht und effektiv 90 Dollar für einen Service bezahlt, der mir sonst 40 gekostet hätte. Nicht nochmal.

Wie beantrage ich ein ETA-Visum für Indien?

Das ETA-Verfahren für Indien läuft in einem einzigen Online-Formular, das Sie direkt auf der offiziellen indischen Regierungsseite ausfüllen. Der Ablauf in Kurzform:

  1. Reisepass und ein digitales Passfoto nach den indischen Biometrieanforderungen bereithalten (heller Hintergrund, keine Brille, keine Kopfbedeckung außer aus religiösen Gründen).
  2. Antragsformular ausfüllen: persönliche Daten, Passdaten, Aufenthaltszweck, geplante Einreisehäfen.
  3. Gebühr per Kreditkarte bezahlen. Antrag absenden.
  4. Drei bis fünf Werktage warten. Die Bestätigung kommt per E-Mail als PDF.
  5. Das PDF ausdrucken und bei der Einreise zusammen mit dem Pass vorzeigen.

Die E-Mail landet übrigens gerne im Spam-Ordner. Ich habe einmal 24 Stunden lang panisch gewartet, bis ich die Bestätigung im Spam-Ordner fand. Prüfen Sie das, bevor Sie neu beantragen — das zweite Visum kostet Geld und wird nicht automatisch storniert.

Die genaue Gültigkeitsdauer des E-Visums ab Ausstellung variiert je nach Kategorie. Beim 30-Tage-Visum beginnt die Frist mit der Einreise, nicht mit der Ausstellung — das ist ein wichtiger Unterschied. Wer also im Januar das Visum bekommt und erst im Mai fliegt, hat beim 30-Tage-Visum kein Problem, beim einjährigen aber schon.

Wo findet man das Einreiseformular und die Arrival Card?

Hier wird es unübersichtlich, weil viele Reisende glauben, das Visum sei das letzte Formular. Ist es nicht.

Wo findet man das Einreiseformular und die Arrival Card?

Wo finde ich das Einreiseformular für Indien?

Das Visum-Formular finden Sie ausschließlich auf der offiziellen Regierungsseite für indische Visa — achten Sie auf die Domain-Endung, die auf die indische Regierung verweist, und darauf, dass die Seite nicht wie eine kommerzielle Buchungsplattform aussieht. Das Einreiseformular im engeren Sinn gibt es nicht mehr als Papierformular im Flugzeug. An seine Stelle ist die E-Arrival Card getreten.

Diese E-Arrival Card ist ein separates Online-Formular, das Sie frühestens 72 Stunden vor Ankunft ausfüllen. Es erfasst Ihre Ankunftsdaten, Adresse in Indien und Kontaktdaten. Früher war das der Einreisezettel, den man im Flieger ausfüllte; heute erledigen Sie das vorab am Handy oder Laptop. Wer das nicht tut, steht bei der Immigration in der Schlange und sucht nach dem WLAN.

Welche Dokumente zusätzlich geprüft werden

Neben Visum und E-Arrival Card kann es sinnvoll sein, folgende Unterlagen griffbereit zu haben:

  • Impfpass mit einer eventuellen Gelbfieber-Impfung, falls Sie aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet anreisen.
  • Hotelbuchung oder Adresse der ersten Unterkunft, weil sie bei der E-Arrival Card abgefragt wird.
  • Auslandskrankenversicherung — nicht zwingend bei der Einreise, aber dringend empfohlen. Medizinische Versorgung in Indien ist teuer, wenn es nicht die Basisversorgung ist.
  • Rückflugticket.

Wer sich vor der Reise über aktuelle Sicherheitslagen informieren will, findet die offiziellen Hinweise beim Auswärtigen Amt und beim ADAC. Beide Seiten enthalten auch Hinweise zu Teilreisewarnungen in bestimmten Regionen — die haben nichts mit dem Visum zu tun, sind aber für die Reiseplanung entscheidend.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Probleme entstehen nicht durch die Regeln selbst, sondern durch Timing und Aufmerksamkeit.

Fehler 1: Zu spät beantragen. Die Drei-bis-fünf-Werktage-Angabe ist ein Richtwert, keine Garantie. In Stoßzeiten — indische Feiertage, europäische Sommerferien — dauert es länger. Mein Rekord: ein Antrag, der sieben Werktage brauchte. Wer drei Tage vor Abflug beantragt, ist selbst schuld.

Fehler 2: Foto nicht normgerecht. Das ist der häufigste Ablehnungsgrund. Kein Selfie, kein Urlaubsfoto, kein zu dunkles Bild. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Foto an der Grenze liegen könnte, machen Sie ein neues.

Fehler 3: Falsche Einreisehäfen angeben. Wenn Sie einen Landweg oder einen nicht gelisteten Flughafen benutzen, kann das E-Visum ungültig sein. Prüfen Sie vor dem Antrag, ob Ihr Einreisehafen für E-Visa zugelassen ist.

Fehler 4: Die E-Arrival Card vergessen. Das passiert erschreckend oft. Sie ist ein separates Formular mit eigener Frist.

Eine ehrliche Einschätzung: Der größte Fehler ist, sich auf einen Blogbeitrag aus dem Jahr 2019 zu verlassen. Die indischen Visa-Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert — Kategorien, Gebühren, Gültigkeiten. Wer sich um 2026 informiert, muss die Informationen von 2026 nutzen, nicht die von der letzten Reise.

Der beste Schutz ist ein einfacher Schritt: Prüfen Sie kurz vor dem Antrag die offizielle Visaseite und den Reisehinweis des Auswärtigen Amtes. Das dauert zehn Minuten. Es erspart Ihnen einen Flug, den Sie nicht antreten können.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

Wenn ich heute einen Antrag für jemanden ausfüllen müsste, würde ich mit dem Pass anfangen. Gültigkeit, freie Seiten, Name korrekt geschrieben. Erst dann das Formular. Und ich würde die E-Arrival Card drei Tage vor Abflug in den Kalender eintragen, nicht am Flughafen darauf hoffen, dass WLAN und Akku mitspielen.

Was mich nach sieben Reisen am meisten überrascht: Die Regeln sind streng, aber sie sind klar. Wer lesen kann, scheitert nicht an ihnen. Wer nur die Zusammenfassung liest, schon. Und das betrifft nicht nur Erstbesucher. Ich habe auf dem Rückweg aus Delhi mal einen Vielflieger getroffen, der seit fünfzehn Jahren nach Indien reist und trotzdem sein Visum verfallen ließ, weil er dachte, die einjährige Gültigkeit gelte automatisch. Man lernt nie aus.